Gleichstellungsrichtlinie

Studie: Deutsche nur unzureichend über Unisex-Tarife informiert

Donnerstag, 02. Aug 2012, 15:55 von
Bis zum 21. Dezember dieses Jahres muss die deutsche Assekuranz ihre geschlechtsspezifischen Tarife in einheitliche Unisex-Tarife umwandeln. Wie aus einer Umfrage des Continentale Versicherungsverbundes hervorgeht, ist die Bevölkerung allerdings nur unzureichend über diese Thematik informiert.
Ab 21.12.2012 müssen Versicherer geschlechtsunabhängig kalkulieren

Ab 21.12.2012 müssen Versicherer geschlechtsunabhängig kalkulieren

Was Fachleute schon längst wissen: Ende 2012 ist mit den geschlechtsabhängig kalkulierten Versicherungstarifen endgültig Schluss. Je nach Versicherungssparte hat dies zum Teil gravierende Konsequenzen für die Höhe der Beiträge - mal wird es für Frauen günstiger und für Männer kostenintensiver, mal umgekehrt. Aus diesem Grund kann es vorteilhaft sein, eine neue Police erst nach dem festgelegten Stichtag abzuschließen bzw. in anderen Fällen sich noch vor dem 21. Dezember die individuell günstigeren Konditionen zu sichern. Die Mehrheit der Deutschen ist sich jedoch gar nicht bewusst, was sich im Dezember ändern wird. Dem Ergebnis einer Continentale-Studie zufolge sind nur 17 Prozent der Bundesbürger der Meinung, sie seien über die neuen “Unisex-Tarife” gut informiert. Über 80 Prozent fühlen sich demnach eher schlecht informiert.

Aktuelle Infografik über Unisex-Versicherungen

Befragung von über 1.000 Personen

Für die Umfrage im Rahmen der Continentale-Studie 2012 sind seit Anfang Juni in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut TNS-Infratest bundesweit repräsentativ 1.285 Personen ab 25 Jahren telefonisch interviewt worden. Dabei wurde die Bevölkerung gefragt, ob in den von der Umstellung betroffenen Versicherungssparten die Absicherung für Männer oder für Frauen teurer werde. Bei keiner Sparte lag die Mehrheit richtig.

Falsche Antworten in allen Versicherungssparten

So werden beispielsweise Rentenversicherungen ab dem 21. Dezember 2012 in der Tendenz für das männliche Geschlecht teurer - dieser Ansicht waren allerdings nur 38 Prozent der Befragten. Dass der Beitrag auch in der privaten Krankenversicherung für Männer teurer werde, glaubten nur 41 Prozent der befragten Bundesbürger. Im Bereich der Risikolebensversicherung lagen zudem nur 32 Prozent richtig. Denn hier werden die Prämien für Frauen künftig teurer. Gleiches gilt für die Kfz-Versicherung, aber auch hier gaben nur 39 Prozent die richtige Antwort.

Continentale: “Gefahr, dass Verbraucher viel Geld verlieren”

“Unisex-Tarife sind versicherungstechnisch nicht sinnvoll, wurden uns aber vom Gesetzgeber vorgegeben”, erklärte Helmut Posch Vorstandsvorsitzender der Continentale anlässlich der Studie. Umso wichtiger sei seiner Meinung nach eine kompetente Beratung. Sonst bestehe die Gefahr, dass Verbraucher viel Geld verlieren, so Posch weiter.

Persönliche Beratung gewünscht

Beratungsbedarf sieht auch die Mehrheit der Teilnehmer: Rund 55 Prozent der Teilnehmer haben sich für eine persönliche Beratung durch einen Vertreter zum Thema “Unisex” ausgesprochen. Nur 22 Prozent möchten sich demgegenüber selbständig Informationen einholen; 21 Prozent wünschen gar keine Beratung. Die Continentale-Studie wird seit dem Jahr 2000 jährlich durchgeführt und soll im September 2012 vollständig veröffentlicht werden.