Finanztest vergleicht Zusatzversicherungen

Stiftung Warentest findet 33 sehr gute Zahnzusatzversicherungen

Mittwoch, 18. Apr 2012, 13:58 von
Niemand geht gern zum Zahnarzt. Die Aussicht auf Schmerzen oder Spritzen setzt jedem Patienten zu. Doch nach den körperlichen Problemen kann die Rechnung des Zahnarztes auch zu seelischen Schmerzen führen. Eine zusätzliche Absicherung kann vor den hohen Kosten für notwendigen Zahnersatz schützen.
Zahnersatz kann zu einer sehr teuren und aufwändigen Angelegenheit werden

Zahnersatz kann zu einer sehr teuren und aufwändigen Angelegenheit werden

Wer schlechte Zähne hat oder gar ein Gebiss, Inlays oder Kronen benötigt, der muss tief in die Tasche greifen. Die gesetzlichen Krankenkassen haben für jede Behandlung eine Standardversorgung festgelegt, und nur dafür erhalten die Versicherten einen festen Zuschuss. Den überwiegenden Teil der Rechnung muss der Patient selbst zahlen. Außerdem verschärft die neue Gebührenordnung für Zahnärzte die Situation. Den Teil der Rechnung, den die Patienten selber tragen müssen, kann der Arzt flexibel gestalten und auch für Kassenpatienten nach der privaten Gebührenordnung abrechnen. Weiter können die anfallenden Kosten für Laborarbeiten die Rechnung in die Höhe treiben. Deshalb werden Zahnzusatzversicherungen immer beliebter. Die Zeitschrift "Finanztest" hat sich mit 147 Zahnversicherungen beschäftigt und auf ihre Tauglichkeit hin überprüft. Nach den Ergebnissen haben 33 Versicherungen mit "sehr gut" abgeschnitten, doch immerhin 23 Policen wurden nur mit ausreichend bewertet.

Beispiel teures Implantat

Lohnend ist eine Zusatzversicherung für Patienten, die keine kostengünstige Regelversorgung wollen. Die Kosten für einen hochwertigen Zahnersatz können aber sehr hoch sein. So kann ein hochwertiges Implantat mit einer Keramikverblendung bis zu 3.000 Euro teuer werden. Die Krankenkassen zahlen in einem solchen Fall lediglich 387 Euro. "Wer mehrere Implantate braucht, dessen neues Gebiss kostet schnell mehr als ein Kleinwagen", sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitung Finanztest.

Genaues Hinsehen und Vergleich sind nötig

Unbedingt nötig ist eine Zahnzusatzversicherung nicht. Doch wenn man Wert auf hochwertigen Zahnersatz legt, so kann eine solche Police Sinn machen. Doch auf alle Fälle sollte man sich vor dem Abschluss einer Police gut informieren und die Angebote vergleichen. Doch die Durchforstung des Tarifdschungels ist nicht einfach. Interessenten stoßen auf eine Menge Kleingedrucktes, auf Einschränkungen und undurchsichtige Regelungen. Es gibt Versicherer, die keine Implantate und Inlays zahlen oder aber deren Zahl eingrenzen. Auch die Begriffe sind oft schwammig formuliert. Eine angegebene Erstattung von 100 Prozent entpuppte sich bei genauer Überprüfung als Leistung der Zusatzpolice lediglich in voller Höhe der Regelleistung der Krankenkassen, also 387 Euro. Von einer vollständigen Übernahme der Kosten konnte nicht die Rede sein.

Jung und gesund

Am günstigsten können junge Menschen eine Zahnzusatzversicherung abschließen.  Dann ist nach den Angaben des Finanztest-Experten Holger Rohde eine Absicherung schon für zwei bis fünf Euro möglich. Wer über 40 ist und sich für einen gute Absicherung interessiert, muss zwischen 30 und 33 Euro monatlich zahlen. Ein 73-Jähriger muss dann noch mehr zahlen und kann mit Beiträgen von 40 Euro rechnen. In den ersten Jahren sind bei den meisten Versicherern die Leistungen eingegrenzt.

Verschweigen oder Lügen sind schlechte Voraussetzungen     

Die Versicherer versichern nur gesunde Zähne. "Nur was heute gesund ist, ist künftig versichert", macht Tenhagen klar. Wer kurz vor einer notwendigen Behandlung noch schnell eine Versicherung abschließen will, ist schlecht beraten. Zunächst gibt es bei allen Versicherern eine Wartezeit von acht Monaten. Auch kann es üble Folgen haben haben, wenn beim Antrag bereits bestehende Probleme oder Erkrankungen der Zähne verschwiegen werden. Der Versicherer kann in solchen Fällen vom Vertrag zurücktreten. Der Versicherte kann dann keinerlei Leistungen von der Versicherung in Anspruch nehmen.