PKV-Verband: Zahl der Privatversicherten wächst weiter
Donnerstag, 26. Apr 2012, 12:06 von Antonia Hermann
Die private Krankenversicherung mit weiterhin positiven Wachstumsraten
Private Krankenversicherungen konnten auch im vergangenen Jahr einen Nettozuwachs im Neugeschäft verbuchen. Wie der PKV-Verband aktuell mitteilt, betrug der Netto-Neuzugang in der Krankenvollversicherung zum Jahresende 2011 80.800 Personen, was in etwa dem Zuwachs des Vorjahres entspricht. Im Vergleich zur gesetzlichen Alternative wachse der Marktanteil der PKV zudem stetig weiter. Mittlerweile seien 11,3 Prozent der Deutschen Mitglieder in einer privaten Krankenvollversicherung, fünf Jahre zuvor waren dies noch 10,7 Prozent. Auch im Bereich der Zusatzversicherungen und dabei insbesondere bei der privaten Pflegezusatzversicherung konnten die Unternehmen die Zahl ihrer Verträge erhöhen. Berichte, dass es auch innerhalb der Branche Zweifel am dualen System gebe, wies der Vorsitzende des Verbandes, Reinhold Schulte, indes zurück.
Rund 31 Millionen Deutsche sind privat versichert
“Es gibt heute so viele Privatversicherte wie nie zuvor - insgesamt rund 31 Millionen. Das zeigt: alle Spekulationen über angebliche Abwanderungen haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun”, konstatiert Reinhold Schulte vom Verband der Privaten Krankenversicherung anlässlich der Vorstellung der vorläufigen Branchenzahlen für das Geschäftsjahr 2011.
Zuwachs bei den Zusatzversicherungen
Positive Wachstumsraten konnte die Branche auch bei den Zusatzversicherungen erzielen. Insgesamt 22,51 Millionen private Zusatzversicherungen (+ 541.500 Verträge) bestanden Ende 2011, ein Zuwachs von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2010. Auch die Zahl der Pflegezusatzversicherungen legte um 10,8 Prozent auf 1,88 Millionen Verträge zu. “Die Private Krankenversicherung ist bereit, den Schutz der Bürger vor finanzieller Überforderung im Pflegefall weiter zu verstärken", stellte Schulte dabei weiterhin in Aussicht. Die privaten Krankenkassen weisen immer wieder auf die aus ihrer Sicht demografisch vorteilhafte Kapitaldeckung hin, insbesondere vor den Überlegungen zu einer Bürgerversicherung für alle, die insbesondere von SPD und Grünen favorisiert wird.
Ende des privaten Systems nicht in Sicht
Ein Ende der PKV, wie ihn einige Politiker, Verbraucherschützer und gesetzliche Krankenkassen prognostizieren, scheint angesichts dieser Zahlen nicht in Sicht. Die Kritiker des dualen Systems, die eine Einheitsversicherung befürworteten, ignorierten die volkswirtschaftlichen Probleme, die mit einer Abschaffung der PKV einhergehen würden, erklärte Schulte anlässlich der Zahlen gegenüber der Ärzte Zeitung. Dabei sei insbesondere die “flächendeckende Versorgung der niedergelassenen Ärzte" in Gefahr, so der Vorsitzende des PKV-Verbands.





