Beiträge der privaten Krankenversicherung

PKV-Verband über Kostendebatte durch AOK-Studie erzürnt

Donnerstag, 03. Mai 2012, 17:33 von
Der AOK-Bundesverband hat mit einer Studie Aufsehen erregt. In dieser wird die künftige Beitragsentwicklung der PKV prognostiziert. Laut einem Medienbericht, der aus der Untersuchung zitiert, müsse die private Krankenversicherung bald erheblich höhere Beiträge einfordern. Der Privatkassen-Verband zeigt sich empört.
Der Verband der Privatkassen rechnet mit den Kostenprognosen der AOK-Studie ab

Der Verband der Privatkassen rechnet mit den Kostenprognosen der AOK-Studie ab

Laut einem Bericht des stern, der sich auf aktuelle Studienergebnisse des AOK-Bundesverbandes bezieht, ist die private Krankenversicherung in finanzieller Hinsicht nicht auf Rosen gebettet. Um den immer weiter wachsenden Gesundheitskosten in den kommenden vier Jahrzehnten Herr zu werden, müsste jeder Kunde im Jahr 2.700 Euro mehr an seine private Krankenkasse abführen, heißt es. Der Verband der Privatkassen zeigt sich über die “zitierten Mutmaßungen der AOK” erzürnt. In einer entsprechenden Reaktion auf die vorbenannte Analyse der Missstände im privaten System kontert der PKV-Verbandsdirektor, Volker Leienbach, mit dem Argument, die AOK trage den wachsenden Ausgaben rund um die Gesundheit ebenso wenig Rechnung wie der Tatsache, dass die Menschen immer älter werden. Die PKV tue dies sehr wohl und könne auf eine Summe von nahezu 150 Milliarden Euro an kapitalgedeckter Vorsorge für ihre Versicherungsnehmer verweisen, so Leienbach.

Prognose über Beitragsentwicklung der AOK

Prognosen über die Kostenentwicklung des Systemwettbewerbers auf dem Krankenversicherungsmarkt anzustellen, hält der Direktor des Privatkassen-Verbandes schlicht und ergreifend für “dreist” und bezeichnet diese als “Spekulation”. Im Gegenzug rechnet Leienbach vor: Berücksichtige man bei einer linear durchgeführten Prognose für den Höchstbeitrag der AOK dessen bisherige Entwicklung, würde dieser in vierzig Jahren bei mehr als 67.000 Euro im Jahr liegen.

PKV-Verband betont Bedeutung des dualen Versicherungssystems

Darüber hinaus seien auch “die Belastungen der Steuerzahler für den Anteil der AOK an den staatlichen Milliarden-Zuschüssen” zu berücksichtigen, fügt der Direktor des Privatkassen-Verbandes hinzu. Den Ausführungen von Volker Leienbach zufolge macht Deutschlands duales Versicherungssystem mit PKV und GKV auch im Vergleich auf internationaler Ebene eine gute Figur. Die Gesundheitsversorgung umfasse nicht nur “medizinischen Fortschritt für alle”. Auch eine freie Wahl der Mediziner gehöre unter anderem dazu. 

Finanzierungsbeitrag der PKV unterstützt auch GKV-Kunden

Nur das System der privaten Krankenversicherung biete eine ebenso generationengerechte wie nachhaltige Finanzierung, ist der Direktor des Privatkassen-Verbandes überzeugt. Der Finanzierungsbeitrag, den das PKV-System leiste, komme allen Versicherungsnehmern zugute, auch denen der GKV. Vor diesem Hintergrund gilt für Volker Leienbach: "Je mehr Menschen und Leistungen kapitalgedeckt in der PKV abgesichert werden, desto besser für die Zukunft des Gesundheitswesens".