Hohe Beiträge und verbesserte Kundenfreundlichkeit bei der PKV
Freitag, 20. Apr 2012, 14:02 von Antonia Hermann
Tester haben den Service und die Arbeit mit den Kunden der PKV unter die Lupe genommen
Nach Angaben des PKV-Verbandes sind die Steigerungen deutlich niedriger ausgefallen. Dort geht man von einer durchschnittlichen Steigerung der Beiträge von jährlich 3,3 Prozent aus. Damit lägen die Erhöhungen nur knapp über denen der gesetzlichen Krankenkassen, die mit rund 3,1 Prozent angegeben werden. Die neuen Zahlen der Bundesregierung jedoch sehen die Anhebung der Beiträge zur PKV bei mehr als fünf Prozent. Dabei wurde mit 7,27 Prozent im Jahr 2010 der höchste Wert erreicht, im Jahr 2009 mit 3,4 Prozent der niedrigste. Doch diese Zahlen haben auch nach Ansicht der Bundesregierung nur begrenzte Aussagekraft. In der PKV können Kunden unter mehr als 5.000 Einzeltarifen wählen, und die individuellen Erhöhungen der Beiträge können sehr unterschiedlich sein. Es gibt nach Angaben der Regierung auch keine gesicherten Erkenntnisse darüber, ob die Beiträge für Rentner stärker angestiegen sind. Die Versicherer setzen danach all ihre Möglichkeiten ein, um die Belastungen der älteren Versicherten erträglich zu gestalten.
Keine Veränderung für Beamte geplant
In der Anfrage stellte die Linke auch die Frage nach einer Änderung des aktuellen Systems der Krankenversicherung für Beamte. Beamte erhalten staatliche Beihilfe und sichern die restlichen Kosten über eine private Krankenversicherung ab. Von den Versicherten der PKV sind mehr als 47 Prozent Beamte. Die Bundesregierung plant keinerlei Veränderungen an dieser Konstruktion, die sich durchaus bewährt habe. Zudem konnte die PKV im vergangenen Jahr die Zahl ihrer Versicherten um ein Prozent steigern. Trotz aller negativen Nachrichten sind 8,98 Millionen Menschen in der PKV versichert. Werden die Zusatzversicherungen einbezogen, kann die PKV sich auf 31 Millionen Kunden stützen.
Verbesserung beim Service der PKV
Diese Kunden können nach einer Studie, die vom Deutschen Institut für Service-Qualität GmbH & Co KG (DISQ) im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv durchgeführt wurde, von einem insgesamt verbesserten Service in der PKV profitieren. Für die Studie wurden 20 Unternehmen überprüft. Dabei wurde der Service am Telefon, der Umgang mit Anfragen per E-Mail, die qualitative Gestaltung der Homepage und der Kundendienst im Internet bewertet. "Gegenüber dem Vorjahr sehen wir gewisse Verbesserungen, aber der Service ist noch lange nicht perfekt", so DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer in einem Gespräch mit der "Ärzte-Zeitung". Die Konzentration auf den Vertrieb verstelle den Unternehmen den Blick auf ihre Klientel. "Viele stellen noch nicht in den Mittelpunkt, was den Kunden wirklich interessiert."
Versicherer müssen besser auf Kundenwünsche eingehen
Denn viele Versicherer geben sich noch zu wenig Mühe, wenn Kunden spezielle Fragen und Wünsche haben. So hat sich nach den Ergebnissen der Studie die Zeit für die Bearbeitung von E-Mails von durchschnittlich 51 auf 32 Stunden verringert, doch dieser Zeitraum ist immer noch zu groß. Auch stehen in den Mails oft keine individuell zugeschnittenen, sondern lediglich standardisierte Antworten. Die Qualität der Telefongespräche hat sich jedoch deutlich verbessert. Der Anteil der genauen und kompletten Auskünfte ist auf 86 Prozent angestiegen. Falsche Aussagen oder Informationen konnten die Tester gar nicht feststellen.
Teuer ist kein Synonym für Qualität
Bei den Leistungen konnten große Unterschiede festgestellt werden. Teure Tarife sind nicht zwangsläufig gut. Der Verbraucher muss selbst entscheiden, welche Leistungen er eigentlich will und wie viel er dafür zahlen möchte. Die besten Leistungen bei der Versorgung in einem Standardtarif bietet der Deutsche Ring, bei überdurchschnittlichen Angeboten konnte die Hallesche Krankenversicherung AG überzeugen. Gesamtsieger der Studie wurde die AXA. Beim Service schnitt die Barmenia besser ab, und die telefonische Beratung wurde von den Mitarbeitern des Deutschen Rings am besten durchgeführt. Bei der Bearbeitung von E-Mails lag der Münchner Verein vorn.





