Auslandskrankenversicherung: Finanztest nennt die Testsieger
Mittwoch, 16. Mai 2012, 13:55 von Jutta Wellding-Trostel
Gute Laune ist im Urlaub Pflicht - doch die Absicherung von Krankheitsfolgen ist wichtig
Vor allem für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung gilt: Im Ausland ist eine private Krankenversicherung für die Zeit des Urlaubsaufenthaltes unbedingt zu empfehlen. Finanztest hat in einem aktuellen Test 47 Tarife genau unter die Lupe genommen. Wichtige Parameter und Leistungen, die für den Fall des Falles wichtig sind, wurden von den Testern genau untersucht und bewertet. Generell ist es für eine Reisekrankenversicherung wichtig, dass Abläufe und Bedingungen schnell und unkompliziert gestaltet sind. Auch die Versicherungsbedingungen müssen klar und übersichtlich sein, damit bei einem schlimmen Ereignis im Urlaub nicht noch auf Ausschlüsse oder Fallstricke geachtet werden muss. Das sollte niemandem in einer Situation, die ohnehin katastrophale Züge annehmen kann, zugemutet werden. Auch deshalb hat Finanztest alle Verträge akribisch untersucht und jedes Detail auf mögliche Probleme abgeklopft.
Gute Absicherung ist nicht teuer
Die Sieger des aktuellen Tests stehen für einen sehr guten Schutz bei einer Erkrankung im Ausland. Als Spitzenreiter ging die Würzburger Versicherung aus dem Test hervor. Weiter gehören die Inter und die LVM Versicherung zu den besten Anbietern. Auch Ergo direkt, die Neckermann-Versicherung und die DFV haben in diesem Test wie auch bereits im Vorjahr besonders gut abgeschnitten. Doch nicht nur die Leistungen zählen, auch die Kosten für eine Reisekrankenversicherung müssen betrachtet werden. Nach den Ergebnissen von Finanztest gibt es bei Ergo direkt und Neckermann eine Familienpolice für 17,80 Euro im Jahr. Für eine einzelne Person kostet der Schutz auf einer Reise bei Inter 7,50 Euro. Für ältere Reisende entstehen allerdings oft höhere Kosten.
Knackpunkt Rücktransport im Krankheitsfall
Wichtig ist vor allem, dass der Aufenthalt in einem Krankenhaus und ein notwendiger Rücktransport so gut wie möglich abgesichert sind. Es ist am besten, wenn der Versicherer zum Beispiel den Transport in eine geeignete Klinik zahlt. In manchen Fällen muss das am nächsten gelegene Krankenhaus angesteuert werden. Es kommt hier besonders auf klare und eindeutige Formulierungen an. Wenn die Bedingungen genau definiert sind, gibt es keine Probleme im Leistungsfall. Ein sehr wesentlicher Punkt ist der Rücktransport nach Deutschland. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen in einem solchen Fall keinen Cent. Ein Rückflug zum Beispiel von Mallorca nach Köln kann zwischen 9.000 und 12.000 Euro kosten. Die Rechnung für den Ambulanzflug aus asiatischen Ländern oder aus Amerika kann sich durchaus auf 50.000 oder sogar 70.000 Euro belaufen. Privat Krankenversicherte haben den Voprteil, sich auch im Ausland auf den kompletten Schutz verlassen zu können, doch der Rücktransport in die Heimat ist oft nicht eingeschlossen.
Der Teufel steckt im Detail
Hier muss besonderes Augenmerk auf die Bedingungen gelegt werden. Es ist ein großer Unterschied, ob der Versicherer nur bei einem medizinisch notwendigen Transport bezahlt oder ob er die Kosten für eine Rückflug übernimmt, der nur medizinisch sinnvoll und vertretbar ist. Nach den Ergebnisse des Tests gibt es bei sechs Versicherern keine Einschränkungen. Bei der DFV zum Beispiel wird der Rücktransport bereits übernommen, wenn er medizinisch sinnvoll und vertretbar ist. Allerdings beauftragt der Versicherer einen Arzt, der den Fall überprüft.
Versicherung bei Kreditkarten sind zweifelhaft
Finanztest warnt vor Reisekrankenversicherungen, die oft als Zugabe bei Kreditkarten sind. Solche Versicherungen wurden bereits im vergangenen Jahr getestet. Es stellte sich heraus, dass sie nicht die besten Bedingungen boten. Ein eigener Vertrag ist hier in den meisten Fällen günstiger und bietet bessere Konditionen. Der Schutz der Versicherungen durch Kreditkarten stellte sich oft als unvollständig heraus. Eine eigene Reisekrankenversicherung ist in den meisten Fällen letztlich besser und sicherer.





