UNAIDS-Bericht

Zahl der HIV-Neuinfektionen deutlich gesunken

Montag, 21. Nov 2011, 15:06 von
Laut dem aktuellen HIV-Bericht von UNAIDS ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in den letzten 14 Jahren spürbar zurückgegangen. Auch in Deutschland zeigt sich eine fallende Tendenz. Besiegt ist das Virus deswegen noch nicht. Vor allem in Osteuropa und Asien ist die Infiziertenrate weiterhin besorgniserregend hoch.
Die Zahl der HIV-Infektionen ist weltweit zurückgegangen

Die Zahl der HIV-Infektionen ist weltweit zurückgegangen

Derzeit leben in Deutschland rund 73.000 Menschen mit der Diagnose HIV, das zeigt eine aktuelle Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI). Doch es gibt Grund zur Hoffnung: Weltweit und auch in Deutschland ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Nach dem aktuellen HIV-Bericht des Gemeinsames Programms der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS, welcher in Berlin vorgestellt wurde, ist die Anzahl der HIV-Infizierten zwischen 1997 und 2010 um 21 Prozent auf 2,67 Millionen Menschen zurückgegangen. Die sinkende Tendenz ist auch in Deutschland spürbar. 2011 infizierten sich rund ein Zehntel weniger Deutsche mit HIV als noch 2010, berichtet das Robert-Koch-Institut. Trotz dieser positiven Entwicklungen ist die Lage in Osteuropa und Zentralasien weiter kritisch. In diesen Teilen der Erde wurde ein Anstieg der Neuinfektionen von mehr als 200 Prozent festgestellt. UNAIDS schätzt, dass derzeit etwa 34 Millionen Menschen auf der Erde mit HIV infiziert oder an Aids erkrankt sind.

Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland sinkt

Von einer HIV-Neuinfektion betroffen sind laut Robert-Koch-Institut in Deutschland etwa 2.250 Männer und 450 Frauen. Die immernoch am stärksten betroffene Gruppe sind homosexuelle Männer. Die Zahl der Aids-Todesfälle im Jahr 2011 wird auf 500 geschätzt. 2010 wurden noch rund 3.000 neue Infektionen mit dem HI-Virus und etwa 550 Todesfälle aufgrund der Immunschwäche registriert.

Prävention gegen Aids verbessert

Zu den wichtigsten Gründen für die positiven Entwicklungen gehören laut dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, Reinhard Burger, die zunehmend frühere Diagnose von HIV und die frühere Behandlung von Infizierten, welche dementsprechend weniger infektiös für Sexualpartner sind. Zudem konnte die Präventionsarbeit hinsichtlich des HI-Virus in den letzten Jahren weiter intensiviert werden. Wie Burger außerdem erklärte, seien HIV-Infektionen mit Medikamenten mittlerweile gut behandelbar. Dennoch bleibt HIV beziehungsweise Aids eine unheilbare Krankheit. In Deutschland leben derzeit etwa 73.000 Menschen offiziell mit HIV oder Aids. Die Dunkelziffer könnte jedoch bei 14.000 unerkannten Infektionen liegen, so das RKI.

Weniger Infektionen bei Neugeborenen

Wie UNAIDS mitteilt, kann der weltweite Rückgang der HIV-Neuinfektionen vor allem darauf zurückgeführt werden, dass immer mehr infizierte Mütter mit speziellen Medikamenten behandelt werden, welche eine Infektion des Kindes verhindern. So sank die Zahl neuer Infektionen bei Kindern weltweit auf 390.000. Im Jahr 2001 hatte die Rate noch bei 550.000 gelegen. Würde die Behandlung von Schwangeren noch weiter optimiert, könne die Zahl der neuinfizierten Kinder um weitere um 20 Prozent gesenkt werden, so UNAIDS.

Lage in Asien und Osteuropa weiter kritisch

Weiterhin großes Sorgenkind in der HIV-Statistik bleiben Osteuropa und Zentralasien. Hier stieg die Zahl der Neuinfektionen um 250 Prozent auf 1,5 Millionen. 90 Prozent der Fälle betreffen dabei Russland und die Ukraine. Ursache dafür sei vor allem unsauberes Drogenbesteck, so UNAIDS.