Welttuberkulosetag am 24. März

Studie des Robert-Koch-Instituts: Mehr Tuberkulose bei Kindern

Dienstag, 20. Mär 2012, 14:19 von
Tuberkulose ist eine im afrikanischen und asiatischen Raum weit verbreitete Krankheit, an der aber auch in Deutschland immer noch zahlreiche Menschen erkranken. Seit 2008 infizieren sich jedoch auch immer mehr Kinder mit Tuberkulose, wie nun eine Statisik des Robert-Koch-Instituts zeigt.
Bei Kindern und Jugendlichen diagnostizieren Experten immer häufiger Tuberkulose

Bei Kindern und Jugendlichen diagnostizieren Experten immer häufiger Tuberkulose

Im Jahr 1882 entdeckte Robert Koch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis. Mit dieser Entdeckung gewann er viele Jahre später den Nobelpreis für Physiologie, denn das Bakterium ist verantwortlich für eine der schlimmsten Infektionskrankheiten der Menschheit: Tuberkulose. Vor allem im asiatischen und afrikanischen Raum gehört Tuberkulose zusammen mit AIDS und Malaria zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten. Anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März erinnert das Robert-Koch-Institut (RKI) mit einem aktuellen Bericht (PDF) an die Erkrankung, die auch in Deutschland immer mehr auf dem Vormarsch zu sein scheint. So sei die Zahl der Neuerkrankungen seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland fast jährlich um bis zu sieben Prozent deutlich gesunken. Seit 2008 sinken die Zahlen zwar weiter, allerdings fällt der Rückgang mit nur 1,8 Prozent deutlich geringer aus.

Anstieg von Neuerkrankungen bei Kindern

Das Robert-Koch-Institut zeigt sich besorgt, da bei Kindern sogar ein Zuwachs an Neuerkrankungen mit Tuberkulose zu sehen ist. Demnach erkrankten 2009 deutschlandweit 142 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren an Tuberkulose. Im folgenden Jahr waren es sogar 158 Neuerkrankungen. Diese Zahlen könnten nach Ansicht der Experten ein Anzeichen für einen Stillstand oder sogar einen Wiederanstieg der Infektionszahlen sein.

Tuberkulosefälle in Deutschland rückläufig

Insgesamt zeigte die Statistik jedoch einen leichten Rückgang der Erkrankungszahlen. 2009 erkrankten 4419 Menschen an Tuberkulose, während die Zahl im Folgejahr bei 4330 lag. Auch die durch Tuberkulose verstorbenen Patienten verringerten sich von 164 auf 136. Dennoch betont RKI-Präsident Reinhard Burger, dass diese Zahlen immernoch erschreckend hoch seien. Das Robert-Koch-Institut vermutet nun, dass es deutschlandweit zu einer Trendänderung kommen könnte. Ein Problem stellt dabei auch die Migration aus Ost-, Mittel- und Südeuropa und Asien dar, was sich an den sehr hohen Erkrankungszahlen im Ruhrgebiet, Berlin und Frankfurt zeigt. Da vor allem die Ansteckung bei Kindern meist nur kurze Zeit zurückliegt, könnten sich bereits viele Kinder in Deutschland angesteckt haben.

Zahl der weltweiten Todesfälle steigt

Vor allem durch die Schwere der Krankheit und die sehr lange Behandlungsdauer von mindestens sechs Monaten führt Tuberkulose gerade in Entwicklungsländern häufig zum Tod. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben 2006 etwa 1,5 Millionen Menschen an der schlimmen Infektionskrankheit. Und die Zahlen steigen weiter dramatisch an: 2009 vermutete die WHO bereits mehr als 1,8 Millionen Todesfälle wegen Tuberkulose.