Fränk Schleck unter Dopingverdacht bei der Tour de France 2012
Mittwoch, 18. Jul 2012, 13:16 von Jutta Wellding-Trostel
Die Tour de France ist sehr hart und fordert die Fahrer bis aufs Äußerste
Auch die 99. Tour de France kommt offensichtlich nicht ohne handfesten Dopingskandal aus. So teilte der Rad-Weltverband UCI am Dienstag mit, dass in der Probe das Diuretikum Xipamid festgestellt wurde. Das Präparat ist zwar kein unmittelbares Dopingmittel, wird aber im Radsport oft dazu benutzt, um die Einnahme von Dopingpräparaten zu verschleiern. Die Regeln des Verbandes sehen zwar bei einem derartigen Befund keine zwingenden Sanktionen vor. Doch nach der Aufforderung der UCI, die "nötigen Schritte" einzuleiten, wurde Fränk Schleck aus der Tour genommen. Der Teamkollege der deutschen Fahrer Andreas Klöden und Jens Voigt kann nun innerhalb von vier Tagen die Untersuchung der B-Probe verlangen. Das Team wird in diesem Jahr hart getroffen. Fränk Schlecks Bruder Andy hat sich vor der Tour verletzt, und Teammanager Johan Bruyneel ist in die Untersuchungen um die Dopingvorwürfe gegen Lance Armstrong involviert.
Schleck nach eigenen Angaben unschuldig
Während Tour-Chef Christian Prudhomme die Entscheidung des Teams begrüßt, Fränk Schleck nicht weiter fahren zu lassen, wird der mit den Worten in der Zeitung "Luxemburger Wort" zitiert: "Ich bin aus allen Wolken gefallen". Sein Bruder Andy ist ebenso ratlos und schwört bei allem was ihm heilig ist, dass sein Bruder nicht gedopt hat. In einer speziell verfassten Mitteilung sagt Schleck noch einmal klar, dass er keinerlei verbotene Substanzen eingenommen habe. Er habe keine Erklärung für die Testergebnisse. Sein Recht auf Öffnung der B-Probe werde er wahrnehmen. "Sollte diese Analyse das Ergebnis der ersten bestätigen, wird Anzeige gegen Unbekannt wegen Vergiftung erhoben werden."
Teamkollegen wissen nichts vom Doping
Es waren dramatische Bilder, als während des Ruhetages der Tour am gestrigen Dienstag Polizeifahrzeuge vor dem Teamhotel im südfranzösischen Pau standen. Wahrend die Polizisten verhindern sollten, dass Beweismittel beiseite geschafft wurden, durchsuchten Kollegen bis gegen 23.00 Uhr das Hotel. Fränk Schleck meldete sich freiwillig bei der Polizei. Die Mannschaftskameraden des Tour-Dritten des Jahres 2001 können zur Aufklärung des erneuten Doping-Falles nichts beitragen. "Wir können im Moment nichts tun, und wir haben keine Grund, an der Unschuld von Fränk zu zweifeln. Und dies ist er, solange das Gegenteil bewiesen ist", so Teamsprecher Philippe Maertens.
Jan Ulrich hat Doping eingeräumt
Die Tour de France kommt offensichtlich ohne Doping nicht aus. Immer wieder machen Fahrer Schlagzeilen, die mit unerlaubten Mitteln arbeiten. Erst vor einigen Tagen hat Jan Ulrich, der Sieger der Tour im Jahr 1997 und Fahrrad-Liebling der Nation, seine Beteiligung am Doping zu seiner aktiven Zeit eingeräumt. Ohne Doping wäre man nicht auf den vorderen Plätzen gelandet. Er habe durchaus Fehler gemacht und hätte die unbequemen Tatsachen schon früher öffentlich machen müssen.
Schwere Gesundheitsschäden durch Doping-Mittel
Was die Fahrer ihrer Gesundheit antun, ist gravierend. Langfristig gesehen haben die Medikamente schwere Nebenwirkungen. Auch müssen die Mittel zur Steigerung der Leistung in hoher Dosierung genommen werden, so dass die Nebenwirkungen und Schäden entsprechend massiver sind. Es ist nicht selten, dass die körperlichen Schäden nicht mehr umkehrbar und auch nicht zu heilen sind. Der Zwang zu immer besseren und kontinuierlichen Spitzenleistungen bringt die Sportler dazu, ihre Gesundheit zu schädigen und für eine sportliche Karriere die Zerstörung des Körpers in Kauf zu nehmen.





