Erklärung zur Gefahr durch neue Drogen

Das BKA warnt vor den Kräutermischungen "Legal Highs"

Dienstag, 21. Dez 2010, 14:56 von
Immer häufiger kommt es dazu, dass Jugendliche sogenannte "Legal Highs" zu sich nehmen. Dabei handelt es sich um legale Mittel wie Badesalz oder auch Lufterfrischer. Das BKA warnt nun strengstens davor, diese Stoffe als Droge zu missbrauchen. In der ganzen Bundesrepublik haben diese Mittel schon zu Vergiftungen mit Psychosen geführt.
Finger weg von den sogenannten "Legal Highs".

Finger weg von den sogenannten "Legal Highs".

Eine gemeinsame Erklärung des Bundeskriminalamtes (BKA) und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), warnt strengstens vor den Gefahren durch die sogenannten "Legal Highs". Zu den "Legal Highs" gehören Lufterfrischer, Kräutermischungen oder Badesalz. Sie werden als Ersatz für illegale Drogen genutzt und können schlimme Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Die Stoffe klingen zwar harmlos, enthalten aber oft Betäubungsmittel oder chemische Wirkstoffe, die auf den Verpackungen nicht ausgeschrieben sind. Dyckmans erklärte, dass mit der Nutzung dieser Mittel "unkalkulierbare gesundheitliche Risiken verbunden" seien. Die "Legal Highs" werden entweder geraucht, geschluckt oder durch die Nase inhaliert.

Missbrauch der "Legal Highs"

Immer mehr Fälle des Missbrauch der "Legal Highs" werden der Öffentlichkeit bekannt. In ganz Deutschland registriert das BKA immer mehr Fälle, die sehr schwere Folgen mit sich brachten. Die Konsumenten erlitten sogar teilweise lebensgefährliche Vergiftungen. Die häufig jugendlichen Konsumenten müssen wegen Kreislaufversagen, Ohnmachtsanfällen, Psychosen oder Wahnvorstellungen behandelt werden. Es gab sogar schon Patienten, die mit Muskelzerfall oder Nierenversagen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. 

Zu den „Legal Highs“ gehören auch Drogen oder Arzneimittel

BKA-Präsident Jörg Ziercke beschreibt, dass die Nutzer oft gar nicht wissen, welche Stoffe in welcher Konzentration in ihrem Körper landen. Denn oft sind nicht alle Wirk- und Inhaltsstoffe auf der Verpackung angegeben. Daher könnten die Jugendlichen auch die Wirkung und vor allem die Nebenwirkungen nicht einordnen. Zierke warnt, dass sich die Zusammensetzung der Stoffe eines Produktes im Verlauf der Zeit verändern oder verschieben kann. "Konsumenten können dann auch bei wiederholtem Konsum eines bestimmten Produktes nicht mit der gleichen Dosierung und der gewohnten Wirkung rechnen".

Schicke bunte Verpackungen

Vor allem junge Menschen finden die bunten und ausgeflippten Verpackungen der Stoffe sehr anziehend. Wenn diese Produkte Betäubungsmittel oder Drogen enthalten, ist der Konsum strafbar. Sind andere Stoffe enthalten, die nicht zu den Betäubungsmitteln gehören, gilt das Arzneimittelgesetz, so das BKA. Stoffe wie Lufterfrischer oder Badesalz hingegen sind legal. Doch sie müssen sachgerecht genutzt werden. Von jeglichem Konsum wird aber strengstens abgeraten.