Schweinegrippe

Anfang der Grippewelle - Zwei Tote durch die Schweinegrippe

Montag, 03. Jan 2011, 17:37 von
Im August 2010 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pandemie für beendet erklärt. Die höchste Alarmstufe für das H1N1-Virus, das für die Schweinegruppe verantwortlich ist, galt seitdem nicht mehr. Doch eine allgemeine Entwarnung gab es deshalb nicht. Alle Experten hielten weiter Wachsamkeit für angebracht.
Die Impfung ist der beste Schutz vor der alljährlichen Influenza

Die Impfung ist der beste Schutz vor der alljährlichen Influenza

Seitdem flackerte die Erkrankung immer wieder auf. In Niedersachsen wurden seit Ende Dezember 2010 das Virus immer häufiger nachgewiesen. Das Robert-Koch-Institut konnte bis Anfang Dezember 32 Mal das Virus der Schweinegrippe nachweisen. 50 Fälle sind noch nicht abgeklärt. Es ist grundsätzlich "normal", dass sich in dieser Zeit die Fälle von Grippe häufen. Die Grippewelle nimmt langsam Fahrt auf, der Höhepunkt wird im Januar und Februar liegen. Nun sind im niedersächsischen Göttingen zwei Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Ein dreijähriges Mädchen und ein Mann von 51 Jahren haben die Infektion mit dem Virus nicht überlebt. Der Mann war allerdings durch Vorerkrankungen belastet. Thomas Spieker, der Sprecher des Sozialministeriums in Hannover, machte aber deutlich, dass es "keinen Grund zur Panik" gebe.

Influenza ist eine ernsthafte Erkrankung

Die niedersächsische Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) warnt davor, die jährliche Grippe auf die leichte Schulter zu nehmen. Durch die Göttinger Fälle sei deutlich geworden, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung sei. Bei jeder Grippewelle könne es zu tödlichen Verläufen der Krankheit kommen. Immerhin sind in Deutschland im Jahr 2009 rund 250 Todesfälle durch die Schweinegrippe zu beklagen gewesen. Wie der jetzt verstorbene Mann hatten die meisten Toten Vorerkrankungen oder andere Risikofaktoren.

Grippeimpfung schützt nach wie vor  

Matthias Pulz ist der Leiter des Landesgesundheitsamtes in Niedersachsen. Er hat einen guten Rat: Der beste Schutz vor einer Erkrankung und deren Folgen ist und bleibt die Impfung. "Um für die kommende Grippewelle ausreichend geschützt zu sein, sollte man sich aber möglichst noch in den nächsten Tagen impfen lassen, da die volle Schutzwirkung erst etwa 14 Tage nach der Impfung einsetzt." Die WOH hat in diesem Jahr einen Impfstoff empfohlen, der gegen die am meisten nachgewiesenen Viren der letzten Jahre schützt: Das Virus der Schweinegrippe A/H1N1, Das Influenza-Virus A/H3N2 und Influenza B.

Schweinegrippe ist nicht ausgerottet

Die WHO hatte sich heftige Kritik am Umgang mit der Schweinegrippe stellen müssen. Man habe überzogen und übertrieben, habe die Gefährlichkeit der Schweinegrippe aufgebauscht. Einigen Autoren der Richtlinien für Grippepandemien sollen Geld von Pharmafirmen erhalten haben. Die WHO hatte ihren Standpunkt immer wieder erklärt und die Kritik zurückgewiesen. Der Sonderberater der WHO, Keiji Fukuda, hat hingegen stets vor einer Verharmlosung des Virus gewarnt. "Obwohl wir ein Ende der Pandemie haben, ist das Virus immer noch da." 

Flache Grippewelle durch Impfung

Eigentlich hätte die Grippewelle bereits im November oder Dezember ausbrechen müssen. Selbst die Experten wundern sich über das Ausbleiben der Erkrankungen. Eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts vermutet, dass die hohe Beteiligung an der Schutzimpfung in diesem Jahr dafür die Ursache sein könnte. Dazu passt auch, dass der Hamburger Tropenmediziner Christian Meyer davon ausgeht, dass der Schweinegrippe allgemein zu hohe Bedeutung beigemessen wurde. Es gebe sie noch in Indien, doch in Deutschland spiele sie gar keine Rolle mehr. Obwohl es nun die beiden Göttinger Toten gegeben hat, kann man sicherlich nicht von einer Rückkehr der Schweinegrippe sprechen. In jeder Grippewelle könne die Influenza tödlich verlaufen.