Kindermilch-Werbung im Visier von Lebensmittelexperten
Montag, 02. Jul 2012, 14:53 von Alexander Bull
Nestlé und Milupa müssen künftig vorsichtigere Aussagen über die Kindermilch machen
Kinderlebensmittel sind häufig verkaufte Produkte von Lebensmittelherstellern wie Nestlé und Milupa. Doch genau dies wurde jetzt den Konzernen zum Verhängnis. Denn auf Grund strittiger Werbeaussagen, bezogen auf den Gesundheitswert ihrer Produkte, seien laut Spiegel Online an beide Konzerne Unterlassungsbescheide gesendet worden, in denen es speziell um die Kindermilchprodukte "Beba - Kleinkind - Milch 2+" von Nestlé sowie "Milumil - Meine Kindermilch 2+" von Milupa geht. Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Konzerne ins Visier des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geraten. Diesmal verschickte das Amt nach Angaben des Nachrichtenportals Spiegel Online jeweils Unterlassungsbescheide, in denen die Hersteller jeweils auffordert wurden, die Kennzeichnung der genannten Kindermilchprodukte zu ändern oder das Produkt selbst jeweils vom Markt zu nehmen. Ursache für die Unterlassungsbescheide seien Werbeaussagen, welche dem Verbraucher den Anschein geben, dass es sich um ein für die Gesundheit der Kinder unverzichtbares Produkt handele.
Kinderlebensmittel immer wieder in der Kritik
Nestlé und Milupa werben nach Ansicht des BVL mit Aussagen, welche den Anschein erwecken, dass deren Kindermilch gesünder sei als normale Kuhmilch und dieses Produkt somit in der gesunden Kinderernährung unverzichtbar sei. Doch bereits die Vergangenheit zeigte immer wieder, dass gerade Kinderlebensmittel oft viel zu süß und zu fett, häufig mit unnötigen Stoffen angereichert und viel zu teuer seien. Selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält spezielle Kinderlebensmittel für schlichtweg überflüssig und empfiehlt stattdessen eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, auf Basis vollwertiger und natürlicher Lebensmittel, in denen unter anderem auch natürliche Milchprodukte empfohlen werden, um vor allem den hohen Calcium- und Vitamin-B-Bedarf der Kinder zu decken.
Kuhmilch oder Kindermilch
Die Kritik der Ernährungsexperten wird bei einem Blick auf die Zutatenliste der beiden Kindermilchprodukte nachvollziehbar. Hergestellt werden die Produkte meist auf der Basis von Magermilchpulver, welches schließlich erst mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden muss. Hinzu kommen Maltodextrin, pflanzliche Öle und diverse Aromastoffe, um der Milch Konsistenz und Geschmack zu geben. Die Produkte entsprechen deshalb nicht unbedingt den natürlichen Bedürfnissen eines Kleinkindes. Auch der besonders hervorgehobene Calciumgehalt kann bei weitem nicht mit der normalen Kuhmilch mithalten. Dabei ist gerade Calcium für die Kleinen so wichtig, da sie noch im Wachstum stehen und dieses Mineral für einen gesunden Knochenbau dringend benötigt wird.
Natürlichkeit vorziehen
Viele der künstlichen Milchprodukte sind deutlich teurer als normale Kuhmilch. Diese ist dagegen vollkommen natürlich und enthält, trotz Wärmebehandlung, noch alle lebenswichtigen, natürlichen Stoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Kinder ab dem ersten Lebensjahr decken ihren Calcium- und Vitamin-B-Bedarf auf natürlichem Wege, indem sie täglich Milch und Milchprodukte, wie Käse, Quark und Joghurt zu sich nehmen. Ein Glas Milch täglich fördert somit die Knochengesundheit.





